Mehr Videosprechstunden bei unbekannten Patienten möglich

EBM 2025

Arztpraxen können nun doch mehr Videosprechstunden bei unbekannten Patienten durchführen und abrechnen. Eine noch junge Regelung, die eigentlich seit dem 01.04.2025 gelten sollte (siehe Ausgabe Nr. 3/2025 des Wirtschaftsbriefs Dermatologie), wurde aufgehoben und durch großzügigere Limits ersetzt – offenbar auf Wunsch des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und mit Unterstützung durch Videodienstleister.

Alte Regelung: Max. 30 Prozent aller unbekannten Patienten

Nach der zunächst eingeführten Regelung zum 01.04.2025 betrug die Obergrenze für die ausschließliche Behandlung per Videosprechstunde bei unbekannten Patienten 30 Prozent – bezogen auf alle Behandlungsfälle mit unbekannten Patienten. Die Obergrenze für Videosprechstunden bei bekannten Patienten war in dem Zuge von 30 auf 50 Prozent aller Behandlungsfälle angehoben worden. Doch diese Regelungen sind nun obsolet

Neue Regelung: Max. 50 Prozent aller Patienten

Der Bewertungsausschuss hat nun die Begrenzungsregelung für unbekannte Patienten aufgehoben: Rückwirkend zum 01.04.2025 können Vertragsärzte demnach bis zu 50 Prozent aller Patienten ausschließlich per Video behandeln, ohne dass in dem Quartal ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (APK) stattfindet. Dabei ist es egal, ob die Patienten der Praxis bekannt oder unbekannt sind. Mit dieser einheitlichen Begrenzungsregelung sind mehr Videosprechstunden mit Patienten möglich, die in keinem der drei Vorquartale oder noch nie in der Praxis waren.

Keine Auswirkung hat diese Änderung auf den zum 01.04.2025 eingeführten Zuschlag zur Grundpauschale nach Nr. 01452 (30 Punkte bzw. 0,72 Euro) für bekannte Patienten. Die Nr. 01452 wird unverändert von der KV zugesetzt, wenn bekannte Patienten im Quartal ausschließlich im Rahmen der Videosprechstunde behandelt werden.

Gegen den Trend 2024: Kein Video-Boom bei Hautärzten

Laut den Zahlen des Trendreports 2024 des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi, Report siehe iww.de/s13265) haben Videosprechstunden in 2024 insgesamt einen Boom erlebt. Der Zuwachs auf 2,7 Mio. Videosprechstunden in 2024 entspricht einem Plus von rund einem Viertel gegenüber 2023. Der Boom betrifft aller-dings nicht die Dermatologie: Die Zahl der Videosprechstunden durch Hautärztinnen und Hautärzte ist in 2024 im Vergleich zu 2023 um 4,7 Prozent auf rund 15.900 gesunken.

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