5 Fragen an Prof. Dr. Hans-Jürgen Tietz

Leiter des Instituts für Pilzkrankheiten und Mikrobiologie, Berlin

1. Pilzinfektionen haben die unangenehme Eigenschaft, immer wieder zu kommen. Woran liegt das?

Tietz: „An der fehlenden Immunität und den Pilzsporen in der Haut oder im Nagelbett, die unter bestimmten Umständen in der Lage sind, einen Rückfall auszulösen. Nägel enthalten keine Blutgefäße. Das bedeutet, das Immunsystem hat dorthin keinen Zugang und kann gegen die dort befindlichen Erreger deshalb auch nicht aktiviert werden. Der Schlüssel zum Therapieerfolg liegt folglich darin, möglichst alle Pilze abzutöten, auch die im Nagelbett schlummernden Pilzsporen.“

2. Sind alle Pilzsporen gleich oder gibt es Unterschiede, die für das therapeutische Vorgehen von Bedeutung sind?

Tietz: „Es gibt zwei Arten von Sporen, echte und Pseudosporen. Letztere dienen der Verbreitung der Erreger und sind wichtig im Sinne der Ansteckung. Unter echten Sporen versteht die Mikrobiologie eine Dauerform, die dem Erreger das Überleben unter widrigen Lebensumständen ermöglicht. Klinisch relevant sind vor allem die Sporen, welche im Körper entstehen. Ihre Präsenz erklärt, weshalb einige Mykosen so hartnäckig sind. Markante Beispiele sind die Onychomykose durch T. rubrum und die Vaginalmykose durch C. albicans, bei der es im infizierten Gewebe zur Bildung von echten Sporen kommt. In beiden Fällen dient die Spore dem Überleben des Erregers und der Erneuerung der Infektion.“

3. Wie lässt sich die üblicherweise hohe Rezidivrate der Onychomykose in den Griff bekommen?

Tietz: „Eine eigene Studie1 zeigt, dass sich die hohe Rezidivrate nur dann deutlich senken lässt, wenn mit einer echt sporoziden Substanz wie Ciclopirox behandelt wird. Bei Verwendung von Nagel Batrafen verringerte sich das Risiko gegenüber einer nicht sporoziden Therapie von 41,4 % auf 24,5 %, mit Ciclopoli gegen Nagelpilz sogar auf 10,4 %. Der signifikante Unterschied zwischen den beiden sporoziden Lacken erklärt sich aufgrund der galenischen Fortschritte in der Ciclopoli-Formulierung. Diese ist wasserlöslich ist und enthält ein Transportsystem für den sporoziden Wirkstoff.“

4. Welche Therapie empfehlen Sie bei einem Pilzbefall der Nägel ohne Matrixbeteiligung und wie gehen Sie bei einer schweren Onychomykose vor?

Tietz: „Bei leichtem Befall ohne Infektion der Matrix reicht eine gründliche topische Therapie aus. Die meisten Patienten sind damit erfolgreich und gehen nicht zum Arzt. Eine sichere Methode, um einen nachhaltigen Heilerfolg bei schwerem Befall zu erreichen, besteht aus folgenden Schritten: Das schmerzfreie Abtragen der vom Pilz geschädigten Nagelmasse mit einer 40 %igen Harnstoffsalbe. Die anschließende langfristige sporozide tägliche Therapie mit einem wasserlöslichen Nagellack und, bei Bedarf, eine zusätzliche, gut verträgliche, innere Therapie mit einer Dosis Itraconazol, Fluconazol oder Terbinafin pro Woche. So lange, bis der Nagel klinisch gesund herausgewachsen ist.“

5. Die Behandlung der Onychomykose ist langwierig und erfordert Geduld von den Patienten. Haben Sie einen Tipp, um die Compliance der Patienten zu verbessern?

Tietz: „Durch Aufklärung. Ich versuche den Patienten zu erklären, dass der Nagelpilz nicht nur ein kosmetisches Problem ist, sondern eine Infektionskrankheit, die gründlich beseitigt werden muss. Falls nicht, bleibt man ansteckend für sich selbst und die Familie. Der Erreger kann sich ausbreiten, von Fuß bis Kopf, vom Opa auf die Enkeltochter. Der Gefahr der Ansteckung werden sich viele Betroffene erst bewusst, wenn sie den Pilz auch beim Partner oder Kind sehen. Den wollen sie dann unbedingt los werden und die Compliance stimmt.“

LITERATURENGABEN:

1) Tietz HJ. Sporen und ihre Bedeutung in der Onychomykosetherapie. Keine Lokalbehandlung ohne sporoziden Wirkstoff. hautnah dermatologie 2017;33(4):28-31.

Ciclopoli gegen Nagelpliz Wirkstoff: 8% Ciclopirox. Zusammensetzung: 1 g wirkstoffhalt. Nagellack enthält 80 mg Ciclopirox. Sonst. Bestandteile: Ethylacetat, Ethanol 96%, Cetylstearylalkohol, Hydroxypropylchitosan, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen der Nägel durch Dermatophyten und/oder andere Ciclopirox-sensitive Pilze. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen einen Inhaltsstoff. Kinder unter 18 Jahren (fehlende Erfahrung). Nebenwirkungen: Sehr selten Rötung, Schuppung, Brennen und Jucken an den behandelten Stellen. Warnhinweis: Enthält Cetylstearylalkohol, örtlich begrenzte Hautreizungen (z. B. irritative Kontaktdermatitis) möglich. Apothekenpflichtig. Stand der Information: Januar 2017. Polichem SA; 50, Val Fleuri; LU-1526 Luxemburg. Mitvertrieb: Almirall Hermal GmbH, Geschäftsbereich Taurus Pharma; Scholtzstraße 3; D-21465 Reinbek. info@almirall.de

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